Sicherheit geht vor – Erdgasförderung mit Fracking nur ohne Umweltrisiken

Geschrieben von am 11. Januar 2012 | Abgelegt unter Aktuelles, Nordrhein-Westfalen

Die Suche nach neuen Energiequellen hat in Gestein gebundenes Erdgas ins Blickfeld gerückt. Energieförderunternehmen versuchen mit technischen und chemischen Verfahren, dieses Gas aus dem Gestein zu lösen. Was auf den ersten Blick wirtschaftlich sinnvoll scheint, birgt aber Gefahren: Denn dabei können auch umweltgefährdende Substanzen eingesetzt werden, um das Gas aus dem Gestein zu spülen. Diese können im Extremfall ins Grundwasser gelangen.Solche Erdgasvorkommen sind vor allem im Nordwesten Deutschlands, also Niedersachsen und Westfalen, anzutreffen. Das Land NRW hat bereits 19 Genehmigungen zur Erkundung sogenannter „unkonventioneller Lagerstätten“ zu gewerblichen Zwecken erteilt, insbesondere in Ostwestfalen, dem Münsterland und Südwestfalen. Dabei wird das sogenannte „Fracking“ angewandt werden – ein Verfahren, bei dem ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand und chemischen Zusätzen in das umlagernde Gestein des Untergrundes gepresst wird, um den Gasfluss hin zum Bohrloch zu stimulieren und die Förderung zu ermöglichen.

Die Bevölkerung, aber auch Unternehmen der Trinkwasserversorgung, sind zutiefst besorgt, dass das Grundwasser und damit Mensch und Natur Gefährdungen ausgesetzt werden.

Die NRW-CDU hat diese Sorgen der Menschen im Münsterland, Ostwestfalen und Südwestfalen aufgegriffen und sich mit einem entsprechenden Beschluss klar positioniert:

  • Sicherheit hat höchste Priorität.
  • Genehmigungen dürfen nur erteilt werden, wenn unverantwortliche Risiken für Mensch und Natur vollständig ausgeschlossen werden können.

Den Beschluss “Für eine sichere und nachhaltige Energiezukunft in Nordrhein-Westfalen” finden Sie hier.
Die Presse hat den Einsatz der NRW-CDU und ihres Vorsitzenden Norbert Röttgen so eingeschätzt: Kommenar in den Westfälischen Nachrichten vom 11. Februar 2012

Ein Kommentar zu “Sicherheit geht vor – Erdgasförderung mit Fracking nur ohne Umweltrisiken”

  1. am 13. Januar 2012 um 11:19 1.Werner Fehlberg schrieb …

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte Ihnen meine tiefe Sorge ausdrücken über die Gasgewinnung durch die umstrittene Frackingmethode. Dass diese Methode nun auch schon hier in Deutschland Einzug gehalten hat und weiter ausgebaut werden soll, hat mich zutiefst erschüttert.
    Ich bin von Beruf Ingenieur für technische Chemie und kenne die Wirkungen der Gifte, die durch diese Methode tonnenweise in das Erdreich eingeleitet werden sollen.

    Sehen Sie sich doch bitte die Berichte aus den USA an, wo man mit Fracking schon mehr Erfahrungen gesammelt hat als hier. Dort wurden Menschen und Familien herb enttäuscht und stehen nun vor den Trümmern ihrer Existenz durch die Fracking-Gasförderung.
    Hier eine kleine Auswahl der Konsequenzen des Fracking:
    • kleine Ortschaften, die früher eine Idylle waren, werden jetzt rund um die Uhr von schweren Trucks befahren, die alle Gerätschaften und die Gifte herankarren,
    • Millionen Liter Wasser werden benötigt und dem Trinkwasserreservoir entnommen
    • dieses Wasser wird mit krebserregenden Giften versetzt
    • nach Gebrauch muss das gesamte Giftwasser dekontaminiert werden, was dort nicht geschehen ist und einfach über Sprenkleranlagen in die Luft verbreitet wird
    • Seen und Tümpel, die früher ein Ort der Beschaulichkeit waren, die von Kindern zum Baden genutzt wurden, sind jetzt vergiftet und biologisch umgekippt
    • Bäche und Flüsse, aus denen man früher frisches Wasser trinken konnte, sind nun verdorben und stehen für die Trinkwasserversorgung nicht mehr zur Verfügung.
    • Tieren fallen die Haare aus, Menschen werden krank usw.

    Diese Liste ist noch unvollständig.
    Schauen Sie sich bitte einmal den Film „Gasland“ an. Hier finden Sie den Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=n3ZKEpdHtrg
    Falls der Film dort nicht mehr zu finden sein sollte, schicke ich Ihnen gerne den Film zu.

    Oder einfach mal bei Google die Suchworte „Fracking“ oder „Gasland“ eingeben und Sie kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

    Weiterhin sollten wir dem aktuellen Gutachten des Umweltbundesamtes vom Dezember 2011 Beachtung schenken. Dort ist die Rede von:
    • Zusätzliche Risiken, insbesondere für Grund- und Trinkwasser, ergeben sich durch den Einsatz von Chemikalien beim Fracking sowie durch deren anschließende Entsorgung.
    (Umweltbundesamt, Einschätzung der Schiefergasförderung in Deutschland, S. 9)

    Die Zusammensetzung der Frackingflüssigkeiten:
    Das im Januar veröffentlichte Gutachten legt nahe, dass 58 der 260 Substanzen eine oder mehrere Eigenschaften haben, die Anlass zur Besorgnis geben. Im Folgenden ein Überblick aus dem Gutachten:
    • 17 Substanzen sind klassifiziert als toxisch für aquatische Organismen,
    • 38 Substanzen als toxisch für die menschliche Gesundheit,
    • 8 Substanzen als karzinogen,
    • 6 Substanzen als vermutlich karzinogen,
    • 7 Substanzen als mutagen und
    • 5 Substanzen haben Effekte auf die Reproduktivität.
    (Umweltbundesamt, Einschätzung der Schiefergasförderung in Deutschland, S. 13)

    • Schlussfolgerungen: In den USA findet die Gewinnung unkonventioneller Gasvorkommen seit einigen Jahren bereits statt. Verschiedene Berichte weisen auf erhebliche Beeinträchtigungen der Grundwasservorkommen hin, die amerikanische Umweltbehörde (Environmental Protection Agency – EPA) hat hierzu Untersuchungen aufgenommen.
    (Umweltbundesamt, Einschätzung der Schiefergasförderung in Deutschland, S. 24)
    Dieses Gutachten schicke ich Ihnen gerne per mail, Fax oder Brief zu.

    Und auch in den sonst so liberalen USA formiert sich tiefe Besorgnis und Widerstand gegen das Fracking.
    z.B. haben mehr als 250 Mediziner im Oktober 2011 einen offenen Brief an den Gouverneur des Staates New York Andrew M. Cuomo geschrieben und ihre Besorgnis in Bezug auf die negativen Auswirkungen des Fracking auf die menschliche Gesundheit zum Ausdruck gebracht.
    Auch diesen Brief schicke ich Ihnen gerne per mail, Fax oder Brief zu.

    Selbst die Borkener Zeitung schreibt:
    „In Niedersachsen wird diese Methode (Fracking) längst angewandt. Trotz inzwischen aufgetretener Umweltprobleme hält die schwarz-gelbe Landesregierung in Hannover aber an der Erdgasförderung fest …“
    http://www.borkenerzeitung.de/homepage_artikel,-Fracking-spaltet-die-CDU-_arid,26335.html vom 31.12.11. Autor: Borkener Zeitung (Mantelredaktion)

    d.h. die Probleme sind schon bei uns angekommen. Das sollte uns doch sehr zu denken geben. Das ist die rote Karte.
    Fracking kann das Trinkwasser in zig Kilometern Umkreis gefährden, da die Grundwasservorkommen miteinander verbunden sind. Und ist das Trinkwasser dann erst verseucht, wird sich kein Energieunternehmen mehr an seine Verantwortung für die Regenerierung gemäß dem Verursacherprinzip erinnern.
    Sauberes Grund- und Trinkwasser ist unbezahlbar!
    Nun, es wird argumentiert, dass das alles zur Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Gas geschieht.
    Vorsorgungssicherheit ist gut – aber nicht um jeden Preis.
    Ich persönlich halte das sowieso für ein vorgeschobenes Argument der Gasindustrie. Ist ein Ort erstmal ausgeplündert und wirft keinen Gewinn mehr ab, wird sich niemand der Gasindustrie um die Versorgungssicherheit mehr scheren. Diese hinterlassen uns dann gewaltige Umweltschäden und kranke Menschen. Schon allein die finanziellen Aufwendungen dadurch sind enorm. Von den Schicksalen, der durch diese Methode geschädigten Menschen brauchen wir gar nicht zu reden.

    Zunächst muss wohl auch noch eine rechtliche Situation geändert werden.
    Cornelia Frerichs zeigte sich erschüttert: „Für jeden Ameisenhaufen, den man bekämpfen wolle, brauche man eine Genehmigung, aber beim Fracking bedürfe es nicht einmal einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Das ist unverantwortlich.“
    ( http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-rotenburg/sottrum/einsatz-moratorium-1437621.html )
    Dieser Zustand muss dringend geändert werden. Unabhängige Gutachter müssen beweisen, dass diese in die Erde gepumpten Gifte keine Schäden am Grundwasser und am gesamten Ökosystem entfalten.
    Die dafür nötige Änderung des Bergrechts fällt in die Zuständigkeit von Herrn Wirtschaftsminister Dr. Rösler.

    Nicht der Bürger hat nachzuweisen, dass Fracking gefährlich ist, sondern die Gasindustrie, dass es ungefährlich sei. Die Beweislast ist umzukehren.

    Sonst wird unser Land Deutschland zu einem Selbstbedienungsladen der Energiekonzerne. Und wenn Deutschland ausgeplündert ist, wendet man sich dem nächsten Land zu.

    Unser Land gehört nicht den Gaskonzernen, sondern den deutschen Bürgern. Und jeder Bürger hat das Recht auf ein unversehrtes Land.
    Ein Blick in das Internet wird Ihnen verdeutlichen, welche Risiken und Umweltschäden Fracking anrichtet.
    Dort sehen Sie nicht nur, welche Schäden Fracking anrichtet. Sie sehen dort auch, wie sich ein unbeugsamer Widerstand in der Bevölkerung aufbaut, der nicht hinnehmen will und kann, dass eine Industrie unser Land kaputt macht, nur um des Profites willen.

    Vielleicht sterben wir dann in einem Krankenhaus in einem um 2 Grad höher geheizten Zimmer an den Folgen von Krebs und anderen Krankheiten, die uns das Fracking bescheren wird. – Darauf kann ich verzichten.

    Wir alle haben Kinder und Enkel und möchten der nachfolgenden Generation ein Land überlassen, auf dem Familien gedeihen und Kinder in der Natur spielen können.
    Es steht uns nicht an, eine Erde, die Millionen von Jahren für uns gewachsen ist, innerhalb von kurzer Zeit zu zerstören.

    Stehen Sie bitte auf der Seite Ihrer Mitbürger und nutzen Sie Ihren Einfluss. Wir setzten große Hoffnungen auf Sie und ermutigen Sie weiterzumachen in Ihrem Einsatz für unsere Umwelt.

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Werner Fehlberg

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